Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Fachberatung

Ferdinand Killius
Dipl.-Ing. für Gartenbau

Amtlich anerkannter Sachverständiger für
das Kleingartenwesen


Neue Schädlinge

Buchsbaumzuensler (Landwirtschaftliches Technologiezentr. Augustenberg

Drei neue Schadinsekten hinterlassen derzeit verstärkt ihre Spuren in Kleingartenanlagen und in Hausgärten, der Buchsbaumzünsler, die Maulbeerschildlaus und die Walnussfruchtfliege. Alle drei Arten verursachen starke Schäden an Zier- und Nutzpflanzen, alle drei sind nur schwer zu bekämpfen und alle drei verdanken ihren Siegeszug durch Deutschlands Kleingartenanlagen dem Menschen. Sie gehören nämlich zu der stetig wachsenden Zahl an neuen Schadinsekten, die mit dem globalen Handel (und unterstützt durch die Klimaerwärmung) den halben Erdball erobern.

Der Buchsbaumzünsler wurde erst vor wenigen Jahren aus Ostasien nach Europa eingeschleppt. Er ist vor allem für das gleichnamige Ziergehölz eine Gefahr. Die gelb, grün und schwarz gestreiften Raupen des kleinen, schwarz-weiß gefärbten Falters sind enorm gefräßig. Die etwa fünf Zentimeter langen Raupen fressen Buchsbäume vollständig kahl und nagen sogar die Rinde junger Äste ab. Bereits im zeitigen Frühjahr beginnen die in großen dichten Gespinsten überwinternden Raupen des Buchsbaumzünslers mit ihrem Zerstörungswerk, zwei bis drei Generationen bildet der Schädling im Jahr, da bleibt bis Ende des Jahres von einem Buchsbaum nicht mehr viel übrig.

Die aus Amerika stammende Walnussfruchtfliege trat erstmals vor fünf Jahren in Südbaden auf und hat sich inzwischen entlang des Rheins über mehrere Bundesländer ausgebreitet. Die Walnussfruchtfliegen sind acht bis zehn Millimeter lang, haben einen weiß-gelblichen Körper mit bräunlichen Streifen, und durchsichtigen, schwarzgestreiften Flügeln. Ihre Weibchen legen im Juli bis zu 25 Eier in die saftig-grünen Fruchthülle der Nüsse. Die daraus schlüpfenden Maden ernähren sich dann von dem Gewebe der von der Fruchthülle. Die Hülle beginnt zu faulen und verfärbt sich schwarz. Die Nüsse selbst sind zwar durch die Samenschale vor den Attacken der Fruchtfliege geschützt, bleiben also genießbar, sind aber nur noch eingeschränkt lagerfähig. Außerdem sind die fauligen Hüllen wenig appetitlich. Sind die vier bis sechs Millimeter langen, gelblich gefärbten Larven der Walnussfruchtfliege ausgewachsen verlassen sie die Walnüsse, lassen sich zu Boden fallen und graben sich in den Erdboden ein. Dort überwintern sie dann.
Die Maulbeerschildlaus lebt schon seit einigen Jahrzehnten in Deutschland. Der ursprünglich vermutlich aus Asien stammende Schädling wurde bereits im 19. Jahrhundert nach Italien eingeschleppt und hat sich von dort vor einigen Jahrzehnten über ganz Mitteleuropa ausgebreitet. So richtig zum Problem wurde die Maulbeerschildlaus aber erst in den letzten Jahren. Vor allem in Pfirsichplantagen verursacht die Laus große Schäden, aber auch andere Obstbäume, Johannisbeeren, heimische Laubbäume und viele Ziergehölze können durch den Schädling stark geschädigt werden. Sind die Pflanzen stark befallen wirken Stamm, Äste und Zweige wie gekalkt oder mit weißer Farbe gestrichen

Tipps zur Bekämpfung

Alle drei dieser neuen Schädlinge, haben eine unangenehme Eigenschaft gemeinsam: Sie sind schwer zu bekämpfen. Wirksame für den Kleingarten geeignete Insektizide gibt es bisher kaum, dem Kleingärtner bleibt also nur die mechanische Methode. Die Maulbeerschildblaus kann man mit einer Drahtbürste abbürsten. Die Raupen des Maulbeerzünslers muss man von der befallenen Pflanze ablesen, die Gespinste herausschneiden und das Ganze dann über den Restmüll entsorgen.


Das Hügelbeet

Für Kleingärtner, denen die Arbeit im Garten aus Alters- oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr leicht fällt ist ein Hochbeet eine sinnvolle Alternative zum normalen Gartenbeet. In 70 oder 80 Zentimeter Höhe lässt sich kör-perschonend fast alles anbauen, was auch in den normalen Flachbeeten gedeiht. Aber Hügelbeete sind nicht nur für Behinderte oder alte Menschen eine wundervolle Möglichkeit als Kleingärtner aktiv zu sein, sie bieten Vorteile die für jeden Schreber interessant sind.

Vorteil eins: Durch seine steilen Wände sind die angebau-ten Pflanzen für viele Schädlinge kaum erreichbar. Baut man am Boden einen engmaschigen Draht ein, haben Ratten und Wühlmäuse keine Chance. Und auch den Maulwurf muss man nicht mehr fürchten.

Vorteil zwei: Hochbeete sind Warmbeete. Die Wärme der Sonnenstrahlen wird durch die bodenferne Lage besser ge-nutzt. Außerdem sind sie durch Stroh- Reisig – Laub- und Holzschichten gegen den kühlen Boden geschützt und wie ein Komposthaufen produziert ein Hochbeet durch die Ver-rottungsprozesse in seinem Inneren seine eigene Wärme. Ein bis vier Grad mehr als in einem Flachbeet begünstigen die Keimung und das Wachstum der Gartenpflanzen.
Ein Hochbeet - so haben Studien ergeben - bringt bis zu drei Mal so viel Ertrag wie ein Flachbeet. Besonders wärmeliebende Pflanzen wie beispielsweise Paprika gedeihen prächtig.


Tipps für den Bau eines Hügelbeetes

Um all diese Vorteile nutzen können, muss das Hochbeet an einem sonnigen Standort so angelegt werden, dass die Längsachse des Beets in Nord–Süd Richtung liegt. Die senkrechten Wände der Hochbeete können so die Wärme der Morgen- und Abendsonne optimal ausnutzen.

Die Grundfläche auf der das künftige Beet entstehen soll, muss etwa zwei Spatenstiche tief ausgehoben werden. Der Boden wird dann mit fein-maschigen Draht, der an den unteren Wänden der Rahmenkonstruktion des Hochbeets befestigt wird, ausgelegt. Ziel ist es Wühlmäuse und Maulwürfe von den Wurzeln der Pflanzen fern zu halten.

Zum Bau können Bohlen, Rund- und Schalhölzer, Wellblech, Stein und andere stabile Materialien verwendet werden. Holz sollte imprägniert sein, damit sich die Lebensdauer des Beetes verlängert. Inzwischen sind auch biologische Präparate im Handel. Entscheidend hängt aber die Lebens-dauer eines Hochbeetes von der Dauer der Rotteprozesse im Innern ab. Dieser und die damit verbundene Wärmeproduktion bleiben solange erhalten, bis das eingebaute organische Material und vor allem das grobe Holz vollständig in Humus umgewandelt sind. Insofern sollten bei der Vorbereitung neben den Baumaterialien für die Wände auch das Volumen des mit Holz, Reisig und anderem organischen Materials zu füllenden Hohlraum bedacht werden.

Eine Holzkonstruktion, wird mittels Vierkantpfosten, die ins Erdreich geschlagen werden, gestützt. Die Füllung des Beetes erzeugt einen starken Druck auf die Außenwände. Daher werden die Pfosten mit Gewindestangen, Unterlegscheiben und Muttern an beiden Seiten verstrebt. Wichtig ist, dass im unteren Bereich des Beetes von unten und von den Seiten Regenwürmer und Mikroorganismen Zutritt zum Rottematerial haben.
Die Füllung erfolgt folgendermaßen: Zuunterst liegen dicke Holzstämme und Äste. Die Hohlräume werden mit Holzhäcksel ausgefüllt und "zur Rotte angeimpft", das heißt sie werden leicht mit feuchter Muttererde überdeckt. Es folgen Heckenschnitt, Reisig, Grassoden, Stroh, Rasenschnitt oder Laub. Zuletzt werden Kompost und die zuvor ausgehobene Muttererde aufgetragen. Reifer Kompost sollte immer nur oben aufgedeckt, evtl. locker mit der Muttererde gemischt, aber nicht untergearbeitet werden.

Hochbeete haben bei sorgfältiger Anlage eine Lebensdauer von 10-15 (u.U. sogar 20) Jahren


Dachbegrünung

Dächer gibt es viele in Kleingartenanlagen, vermutlich sind es tausende, begrünte Dächer findet man dagegen leider nur selten. Dabei haben Dachbegrünungen eine Vielzahl von Vorteilen, für unsere Umwelt, für Insekten und Vögel und vor allem für den Kleingärtner selbst.

Dass das so ist, weiß man nicht erst seit der Neuzeit. Begrünte Dächer gibt es schon lange. Ihre Ursprünge reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück. Als Klimaschutz waren sie schon immer in extremen Klimazonen gefragt. Beispiele sind die Grassodendächer in
Skandinavien, Kanada, Afrika oder die mit Moos bedeckten Häuser in Island.
Der erste moderne Dachgarten in Deutschland entstand 1929 in Berlin. Insgesamt 4000 Quadratmeter Fläche hatte der. So viel Fläche kann eine Kleingartenhütte und selbst das Vereinsheim nicht bieten. Allerdings müssen es auch keine 4000 Quadratmeter sein, um die Vorteile eines begrünten Daches zu genießen.
Die offensichtlichste Wirkung die eine Pflanzenvegetation hat, ist der Schutz des Daches. Extreme Temperaturwechsel, Trockenheit, Feuchtigkeit und Hagelschlag können ihm so viel weniger anhaben. Selbst vor Sturmschäden ist das Dach so besser geschützt, es hält also wesentlich länger. Gleichzeitig sorgt die Dachbegrünung für ein angenehmes ausgeglichenes Innenraum-Klima, aber es schützt nicht nur das Haus und seine Bewohner, es schützt auch die Umwelt. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Flächen unter Asphalt verschwinden, haben Gründächer eine besonders wichtige ökologische Funktion.

Die Dachpflanzen binden Luftschadstoffe und sie verhindern den raschen Abfluss von Regenwasser. So wird auch das kommunale Abwassernetz entlastet. Und schließlich bietet es auch Lebensraum für unsere bedrohte Tierwelt.
Vor allem wenn zur Dachbegrünung auch Blütenpflanzen wie die vielen hervorragend geeigneten Sedum-Arten benutzt werden, finden dort Wild- und Honigbienen, Hummel und Schmetterlinge Nahrung und die wiederum bieten die Nahrungsgrundlage für viele unserer heimischen Vögel. Für Samenfresser wie beispielsweise unsere Finkenarten bietet das begrünte Dach vor allem im Herbst wenn die Nahrung knapp wird, ein großes Futterangebot. Auch wärmeliebende Eidechsen finden hier einen neuen Lebensraum. Und nicht zuletzt bietet die Dachvegetation auch Nistmöglichkeiten.

Wer das Dach seiner Kleingartenhütte begrünen will, kann sich gerne auf der Geschäftsstelle des Verbandes der Kleingärtner Baden-Württemberg beraten lassen. (telefonisch unter der Nummer 0721 / 35288-0)

Auch im Internet kann man sich unter dem Stichwort Dachbegrünung viele Anregungen holen.


Bewährte Obstunterlagen für kleine Gärten

Baumobstarten werden sortenecht auf speziellen Unterlagen ("Wildlingen") vermehrt. Die früher meist verwendeten Unterlagen wachsen mittel bis stark, die auch im Kleingarten – außer Spalier – als zu stark anzusehen sind bzw. viel Aufwand für Schnitt bedürfen. Sie sind für großkronige Formen (Rundkrone auf Halb- und Hochstämmen) geeignet. Für die Spindelerziehung verwendet man schwächere bis mittelstarke Unterlagen. Die Unterlagenwahl kann und muss bei der Neupflanzung berücksichtigt werden.

ObstartUnterlageAnmerkung
ApfelBusch, für Spindelerziehung
M 9 (Standard; Hauptunterlage)
M 27 (für starkwachsende Edelsorten,
z. B. Boskoop, Jonagold)

M 26 (für schwachwachsende und/oder kleinfruchtige, reichtragende Edelsorten)

für Spaliererziehung:
mittelstarke Unterlagen wie M 7, M 4, da langlebiger
jeweils:
- Ertrag früh und meist regelmäßig;
- positive Fruchtqualität


- begrenzte Lebensdauer (15-20,
selten 25 Jahre);
- zeitlebens Pfahl erforderlich;
- durchlässige, nährstoffreiche Böden;
- Wühlmausgefahr
BirneSpindel und Spalier:
Quitte A:

Quitte C:
im Vergleich zu Quitte C etwas stärker im Wuchs und frosthärter.
besonders für Birnenbäume im Container
beide benötigen einen Pfahl
Süßkirscheschwach: GiSelA 3, Weiroot 72
mittelstark: GiSelA 5, Weiroot 158
Spindelerziehung wirkt sich zusätzlich wuchsbremsend aus.
Sauerkirschewurzelechte Anzucht wirkt wuchsbremsend!Kleinkroniger Baum der jährlichen Rückschnitt benötigt. Daher schwachwuchsinduzierende Unterlagen nicht zwingend.
Zwetschge, Pfirsich, AprikoseWangenheim bzw. Wavit,
St. Julien A, Ishtara:
jeweils positive Fruchtqualität und keine/wenige Ausläufer/Stockausschläge
St. Julien 655/2 (wegen starker Ausläuferbildung) bzw. Fereley (wegen problematischer Frosthärte in Süd- und Ostdeutschland) nicht empfehlenswert