Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.
Schulgärten in Karlsruhe
Schulgärten in Karlsruhe
Schüler im Schulgarten der Lidellschule
„Bei allen Schulgärten zeigt sich, dass sehr großer Wert auf naturnahes Gärtnern gelegt wird. Es gibt Insektenhotels und Igelschlafplätze, Bienen- und Schmetterlingswiesen und häufig kleine Teiche oder Feuchtbiotope“ schreibt Miriam Becker in ihrem Bericht „Schulgärten in Karlsruhe“. Frau Becker studierte Gartenbauwissenschaft (M.Sc.) und arbeitet an der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg. Im Rahmen des fachdidaktischen Qualifikationslehrgangs (NaDiQuAk) an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und im Auftrag des Bezirksverbands der Gartenfreunde Karlsruhe hat Frau Becker im Winter 2010/2011 insgesamt 22 Schulen mit Schulgärten in Karlsruhe besucht und mit den für die Pflege der Gärten verantwortlichen Personen gesprochen.
Im Bericht von Frau Becker wird deutlich, wie naturbewusst und einfallsreich unsere „kleinen Gärtner“ sind.
Frau Becker schreibt in der Einleitung: „Die Gärten werden meist von den Garten- oder Umwelt-AGs einmal in der Woche für zwei Schulstunden bewirtschaftet. In einigen Schulen ist auch eine Klassenlehrerin mit ihrer Klasse das ganze Schuljahr über für den Garten verantwortlich.
Auffällig ist, dass zum größten Teil die unteren Klassen (bis ca. 6.Klasse) in den AGs vertreten sind.
In fast allen Schulen werden jedes Schuljahr neue Projekte verwirklicht, bei denen auch andere Organisationen (z.B. das BEO-Netzwerk für berufliche Orientierung) mitarbeiten. So entstehen Holzbänke, kleine Hütten und Brücken, die zum Mehrwert des Gartens beitragen. Auch in Zukunft sollen solche Vernetzungen beibehalten und noch erweitert werden. So möchte z.B. eine Lehrkraft einen benachbarten Schreiner für den gemeinsamen Bau eines Insektenhotels gewinnen. Die Kinder haben dann die Möglichkeit, mit einem Profi zusammenzuarbeiten und gewinnen erste Einblicke in ein Berufsfeld. Vereinzelt erzählten Lehrkräfte auch, dass ihre Schüler durch die Arbeit im Schulgarten ihre Freude an einem „grünen“ Beruf entdeckt haben.
Viele Schülerinnen und Schüler wählen aber die Garten- oder Umwelt AG, weil sie Spaß daran haben, ihre Pflanzen von der Aussaat bis zur Ernte zu begleiten.
Oft verarbeiten die Kinder ihr Erntegut zu Marmelade oder anderen leckeren Speisen, auch an das Saatgut für die nächste Saison wird gedacht.
In den Wintermonaten wird neben den genannten Projekten auch die Gartenplanung für das kommende Jahr durchgeführt. Dann wird zusammen mit den Kindern überlegt, welches Obst und Gemüse angebaut wird.
Auch Kinder, die vorher ungern Gemüse gegessen haben, sind ganz erstaunt, wie gut so ein selbstgeernteter Kohlrabi schmeckt. Durch den Schulgarten erfahren die Kinder auch, dass hinter jedem Lebensmittel Arbeit steckt und schätzen ihre Ernte mehr.
Die Schulgärten werden oft auch für andere Fächer genutzt, z.B. für den Kunstunterricht oder für den Biounterricht. In einem Schulgarten werden kleine Glasröhrchen in das Insektenhotel eingebaut. So können die Kinder ganz nah die Entwicklung einer Biene mitverfolgen. In einer anderen Schule wird der Froschlaich aus dem Schulteich in ein Aquarium umgesetzt, um die tägliche Entwicklung zu beobachten.
Nach der Schule werden die Schulgärten auch gerne für Feste genutzt. So kann sich jeder anschauen, was die Kinder geleistet haben.
Das Hauptproblem vieler Gärten ist die fehlende Zeit für die Gartenarbeit. Gerade bei großen Grundstücken oder Gärten, die von Grundschulklassen bewirtschaftet werden, sind 90 Minuten in der Woche wenig Zeit für viel Arbeit. Bei einigen Schulen waren die Eltern der Kinder bereit, an Wochenenden größere Pflanz- oder Umgestaltungsaktionen auszuführen. Einige Schulen haben ehrenamtliche Helfer, die den Lehrkräften zur Seite stehen.
Ein großer Ansporn für die Schulgartenarbeit sind auch die verschiedenen Wettbewerbe, an denen sich die Schulen beteiligen können. Schließlich ist es, neben dem selbst angebauten Obst und Gemüse, noch ein schöner Lohn für die anstrengende Gartenarbeit, wenn andere sich daran erfreuen können.“
Den gesamten Bericht, in dem auch alle besuchten Schulgärten kurz beschrieben sind, können Sie hier downloaden.


















