Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Die Schlichtungskommission

Ihre Aufgabe: Zwischen Streitparteien im Kleingartenwesen so zu vermitteln, dass Justizia außen vor bleibt.

„Im Idealfall heißt das, wir finden einen Kompromiss, mit dem beide Streitparteien leben können“, erklärt Harry Klass der Koordinator der Schlichtungskommission. Neben Klass gehören noch Horst Erndwein, Doris Drewitz, Ferdinand Kilius und Ursula Kühn zum Team. Alle fünf sind erfahrene Kleingärtner, die entweder als Vorsitzende eines Kleingartenvereins oder als Vorstandsmitglieder des Verbandes bestens mit dem Schrebergartenwesen und seinen Eigenheiten vertraut sind.
In einem aktuellen Schlichtungsfall kommen allerdings nur jeweils drei von ihnen zum Einsatz. Harry Klass ist bei allen Schlichtungsterminen dabei, die restlichen Mitglieder wechseln regelmäßig.
„So wollen wir eine möglichst hohe Objektivität gewährleisten“, erklärt Alfred Lüthin, der Vorsitzende des Bezirksverbandes der Gartenfreunde. Bis zu sechs Mal im Jahr musste die Schlichtungskommission in der Vergangenheit eingreifen.

Nicht sehr häufig wenn man bedenkt, dass der Bezirksverband rund 9000 Mitglieder hat. Oft sind es Gartennachbarn, die sich wegen Grenzstreitigkeiten in die Haare bekommen, manchmal - wie beim Streit um den verrotteten Baumstumpf - aber auch der Vorstand und ein einzelner Gartenpächter.
„Wir arbeiten die Unterlagen durch, lassen uns dann in zwei getrennten Treffen von den Streitparteien ihre Sicht des Konflikts darlegen, befragen bei Bedarf auch mal neutrale Gartenpächter, beraten anschließend die Sachlage und erarbeiten einen Schlichtungsvorschlag“, beschreibt Harry Klass wie die Kommission arbeitet. „Die Kunst dabei ist es, den tatsächlichen Grund für einen Streit herauszuarbeiten“, erklärt die Sozialarbeiterin Doris Drewitz. Gelegentlich sind die Sträucher, die angeblich zu nah an der Gartengrenze sitzen, nämlich nur der Vorwand für einen Nachbarschaftsstreit, dessen Wurzeln weit zurück liegen. „Da ist es wichtig, dass wir mit viel Einfühlungsvermögen an die Sache herangehen“, betont Drewitz. Und das gelingt den fünf von der Schlichtungskommission fast immer. „Nur ganz selten kommt es noch zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, meist werden die Kompromissvorschläge, die wir erarbeiten, von den Streitparteien akzeptiert“, erklärt der Koordinator der Kommission zufrieden. Bei manchen Streithähnen versagt aber selbst die Schlichtungskunst der fünf Schlichter vom Bezirksverband der Gartenfreunde. „In ganz hoffnungslosen Fällen, also bei völlig uneinsichtigen Pächtern empfehlen wir dann schon auch Mal die Kündigung“, räumt Harry Klass ein.