Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Erster deutsch-türkischer Umwelttag in Karlsruhe

Dass Umwelt- und Klimaschutz alle etwas angeht – ganz gleich welcher Herkunft oder welchen Alters –, konnten Besucher beim ersten deutsch-türkischen Umwelttag in Karlsruhe im Herbst letzten Jahres erleben. Auf dem Friedrichsplatz in der badischen Stadt gab es ein buntes Bühnenprogramm mit Tänzen türkischer Folkloregruppen, jede Menge Mitmachangebote zum Thema Nachhaltigkeit sowie frische und gesunde Snacks – alles entstanden in Zusammenarbeit deutscher und türkischer Verbände. „Umweltschutz ist ein gemeinsames Problem aller Länder. Um eine lebenswerte Welt zu hinterlassen, müssen wir die Natur schützen. Und das gelingt am besten, wenn wir alle an einem Strang ziehen“, sagt Alfred Lüthin, Vorsitzender des Bezirksverbands der Gartenfreunde Karlsruhe (BVKA). Vor Ort waren neben dem BVKA Organisationen wie der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Greenpeace, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, aber auch der Weltladen, der türkische Frauenverein und der türkische Elternverein. Die Besucher bekamen spannende Einblicke in die kulturell meist unterschiedlichen Herangehensweisen an das Thema, konnten gleichzeitig aber auch viele Tipps für das eigene klima-freundliche Alltagsleben mitnehmen.
Gemeinsames Engagement
Zum Umwelttag eingeladen hatten die türkische Umweltorganisation „Yesil Cember“, zu deutsch „Grüner Kreis“, und der städtische Umwelt- und Arbeitsschutz. Ziel des Aktionstags ist eine Vernetzung deutscher und türkischer Verbände für ein gemeinsames Engagement in Sachen Klima- und Umweltschutz. „Wir wollen die türkischen Communitys in Deutschland noch besser für das Thema sensibilisieren“, so Gülcan Nitsch, Initiatorin des „Grünen Kreises“. Bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener deutsch-türkischer Verbände, darunter Alfred Lüthin vom BVKA, wurde deutlich, wie wichtig das ist. „Die Entwicklung und Verbreitung des Umweltbewusstseins sind von großer Bedeutung. Nur durch wissenschaftliche Methoden können wir die Umwelt nicht schützen. Man sollte insbesondere das Bewusstsein dafür und die Liebe zur Natur besitzen. In Bezug auf Umweltfragen sind wir alle in der Verantwortung“, so Cem Örnekol, Generalkonsul der Republik Türkei in Karlsruhe.
Dass interkultureller Umweltschutz auch im Kleingarten eine große Rolle spielt, machte Alfred Lüthin deutlich: „Von unseren 7.500 Mitgliedern haben 40 Prozent einen Migra-tionshintergrund. Was den Umgang mit Obst und Gemüse, aber auch den Anbau kulturell wertvoller Sorten anbelangt, können wir viel voneinander lernen.“


Eine türkische Tanzgruppe sorgte für Unterhaltung (unten).

Positiver Beitrag durch Kleingärten

Am Stand des BVKA zeigte sich, welchen Beitrag Kleingärten beim Thema Umweltschutz leisten. Hier konnten Interessierte frisches Obst und alte Apfelsorten aus den Karlsruher Gartenanlagen probieren sowie Informationen rund um das nachhaltige Gärtnern in Erfahrung bringen.
„Kleingärten tragen schon sehr lange zum Umweltschutz bei. In der Gartenordnung ist beispielsweise verankert, dass keine Kunstdünger oder sonstige chemischen Spritzmittel verwendet werden dürfen. Außerdem ist erwiesen, dass es im Kleingarten Tiere und Pflanzen gibt, die in der freien Natur kaum noch zu finden sind. Das wollten wir den Besuchern des Umwelttags vermitteln“, so Alfred Lüthin. Auch für Kinder war am Stand des BVKA viel geboten. In Fühlkästen konnten sie verschiedene Obst- und Gemüsesorten ertasten und so ihr Wissen unter Beweis stellen.
„Gerade Kindern muss gezeigt werden, dass für den Schutz unserer Erde ein Bewusstsein für die hier lebenden Tiere und wachsenden Pflanzen nötig ist. Denn das Problem bei Kindern – egal welcher Nation – ist, dass viele kaum noch unterscheiden können, was für eine Obst- oder Gemüsesorte vor ihnen liegt. Das müssen wir ändern“, sagt Alfred Lüthin. Auch die Vorsitzende des türkischen Frauenvereins, Mine Kilicer, ist überzeugt: „Unser Konsumverhalten beeinflusst auf jeden Fall das Klima. Hier sollte man schon bei den Kindern ansetzen und das Bewusstsein für Umweltschutz wecken.“ Jährlich werden in Deutschland etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel vernichtet – von Verbrauchern, dem Handel und der Landwirtschaft –, im Kleingarten wird diesem Prozess mit dem eigenen Anbau von Obst und Gemüse entgegengewirkt.


Grüne Zukunft

Der deutsch-türkische Umwelttag in Karlsruhe kam bei den Besuchern gut an – und hat auch schon erste Früchte getragen. Alfred Lüthin: „Es haben sich viele spannende Gespräche ergeben. Außerdem konnten bereits Vereinbarungen für künftige Zusammenarbeiten geknüpft werden. Einige Vertreter türkischer Verbände haben uns bei unserer letzten Bezirks-Vorstände-Versammlung besucht. Interessant zu erfahren war auch, inwiefern sich viele Mitbürger aus anderen Ländern bereits für den Umweltschutz engagieren. Allerdings müssen wir gemeinsam anpacken, um noch mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Der Umwelttag war bereits der erste Schritt in die richtige Richtung.“