Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Giovannis bunter Glasgarten

Tatsächlich gehört die Anlage Fasanengarten zu den abwechslungsreichsten und schönsten im Bezirksverband der Gartenfreunde. Und dazu trägt auch der Kleingarten, den Giovanni Gramegna vor fast zehn Jahren von seinem Schwiegervater übernommen hat, bei.

Kleine, kunstvoll gefertigte Glasfiguren schmücken den Garten des gebürtigen Italieners. Filigrane Drachen, bunte Baletttänzerinnen, ein Saxophonspieler und sogar ein kleines Drei-Mann-Orchester begleiten den Besucher auf dem Weg zur Gartenhütte des Kleingärtners.

Giovanni ist gelernter Glasbläser, genauer Glasapparatebläser. „Ich fertige im Forschungszentrum Leopoldshafen Spezialgeräte aus Glas für wissenschaftliche Experimente“, erklärt der Italiener, was ein Glasapparatebläser von einem normalen Glasbläser unterscheidet.

Dabei handelt es sich nicht um normale Konfektionsware, also handelsübliche Reagenzgläser oder Glaskolben, die er und seine Kollegen produzieren. „Unsere Geräte sind ganz individuelle, von den Wissenschaftlern im Forschungszentrum bestellte Sonderanfertigungen“, erzählt Giovanni. Perfekte und detailgenaue Handarbeit ist da gefragt, Fantasie und Kreativität weniger.

Die lebt der Kleingärtner dann in seiner Freizeit aus. Die Arbeitsgeräte mit denen er seine künstlerischen Glasfiguren macht, sind dabei die gleichen, wie die, mit denen er die wissenschaftlichen Glasgeräte im Forschungszentrum herstellt, Bunsenbrenner und Glasrohre.
„Wir arbeiten mit einem Gemisch aus Propangas und Sauerstoff und mit speziellem, mehrfach erhitzbarem Glas“, erklärt der Glasapparatebläser, der wie so viele andere Italiener sein Leben in Deutschland als Kellner in einer Pizzeria begann.

Das änderte sich als er seine deutsche Frau kennen lernte. „Mein Schwiegervater war Glasapparatebläser an der Karlsruher Universität“, berichtet Giovanni, wie er an seine Lehrstelle kam. Der Beruf war ihm damals völlig unbekannt, „aber“, so erinnert er sich heute, „schon nach einer Woche wusste ich, das ist genau das richtige Handwerk für mich“

Noch heute mag er seine Arbeit. Und das gilt auch für seinen Kleingarten. „Ich bin fast jeden Abend hier, für mich ist mein Garten der ideale Ort, um nach der Arbeit ein wenig abzuschalten“, meint er.
Seine kunstvollen Glasfiguren dürfen allerdings nur noch wenige Wochen die frische Luft genießen. Den Winter verbringen sie gut verpackt an einem sicheren und trockenen Ort.