Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Die kleinen warmblütigen Nachbarn des Kleingärtners

„Das Leben einer Wühlmaus im Garten eines Kleingärtners ist herrlich“, würde Frau Wühlmaus wohl denken, wenn sie denn denken könnte. Aber Wühlmäuse halten sich bekanntlich nicht lange mit Denken auf und so macht sich Frau Wühlmaus emsig über ihr neu entdecktes Schlaraffenland her.
Die Wühlmaus, wie sie von Schrebergärtnern genannt wird, steht in Wirklichkeit für eine ganze Gruppe unterirdisch lebender Nager, die alle eines gemeinsam haben: Sie machen Kleingärtnern das Leben schwer.

Feldmäuse, Rötelmäuse Schermäuse und selbst die Bisamratten zählen zur Familie der Wühlmäuse. Allein die Gattung der Feldmäuse umfasst dabei weltweit 50 verschiedene Arten.

Fast alle Wühlmäuse legen unterirdische Gangsysteme an. Dabei werfen sie Erdhaufen auf, die dann zu Unrecht einem anderen im Kellergewölbe vieler Kleingartenanlagen lebenden Bewohner zugeschrieben werden, dem Maulwurf.

Erdhaufen von Wühlmäusen sind allerdings flach, länglich und häufig mit Gras oder Wurzeln durchzogen, die des Maulwurf sind rundlicher und größer. Vor allem aber sind sie häufiger. Und das macht den Pelz tragenden Hügelbauer bei Kleingärtnern fast genau so unbeliebt wie seine Wurzel fressenden Kollegen von der Wühlmausfraktion.
Dabei hat der Maulwurf nicht das geringste Interesse an Rosen- oder Salatwurzeln. Schließlich ist er ein reiner Insektenfresser und familiär eng verknüpft mit dem Igel und mit Spitzmäusen, einer weiteren unauffällig im Untergeschoss vieler Kleingartenanlagen lebenden Tiergruppe.


Die Hausspitzmaus

Spitzmäuse, Maulwürfe und der Igel als weiterer Kleingartenbewohner gehören gemeinsam zu einer sehr alten Säugergruppe, zur Ordnung der Insektenfresser.
Das kleinste Säugetier der Welt, die gerade mal zwei Gramm schwere Etrusker-Spitzmaus, gehört beispielsweise in diese Ordnung. Um die 1000 Mal in der Minute schlägt das Herz einer Spitzmaus.

Garten- und Hausspitzmaus heißen die beiden Vertreter, die häufig in Kleingartenanlagen leben. Ihre Anwesenheit bleibt aber meist unbemerkt, schließlich richten sie keinen Schaden an. Im Gegenteil sie verspeisen Nacktschnecken, Würmer und Insekten, gehören also eher zu den Nützlingen im Kleingarten.


Die Untermieter, die sich unter dem Dach von Familie Schreber´s Gartenhütte häuslich niedergelassen haben, gehören dagegen ganz und gar nicht zu den Stillen im Kleingarten.
Sobald es dunkel wird, erwachen die Nachtschwärmer und dann wird es meist sehr laut.
Wer eine Siebenschläfer-Familie in seiner Kleingartenhütte beherbergt, hat häufig wenig Freude daran, eine laue Sommernacht in seinem Gartenhaus zu verbringen.
Die neugierigen und verspielten Tiere sind vor allem während der Paarungszeit kaum zu überhören. Dass sich die streng geschützten Tiere gerne an Herrn Schreber´s Beeren, Äpfel und Nüsse vergreifen, ist da fast schon das kleinere Problem.


Das Hermelin

Ebenfalls nahezu unsichtbar sind die beiden Räuber, die nachts vor allem Jagd auf die Mäuse machen, die in Kleingartenanlagen leben, das kleine Mauswiesel und sein großer Vetter, das Hermelin.

Da vor allem das Hermelin auch Ratten jagt, sollte sich jeder Kleingärtner über die beiden Räuber freuen. Auch wenn die beiden Jäger gerne das ein oder andere Vogelnest plündern.