Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Anstehender Wechsel der Geschäftsleitung

Vorstellung neuer Geschäftsführer

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

ich freue mich sehr, mich Ihnen heute als stellvertretender Geschäftsführer des Bezirksverbands der Gartenfreunde Karlsruhe vorstellen zu dürfen. Gerne hätte ich mich persönlich auf der Bezirks-Delegierten-Versammlung am 19. März vorgestellt. Doch aufgrund der aktuellen Corona-Situation haben wir diese auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitglieder, Gäste und Mitarbeiter haben in dieser Zeit höchste Priorität.

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“
Diese Worte von Augustinus Aurelius sprechen mir aus der Seele. Denn das ist es, was auch ich machen möchte – für das Kleingartenwesen brennen und diese Begeisterung in die Welt tragen.

Die Liebe zu Kleingärten wurde mir schon in die Wiege gelegt. Mein Spielplatz war die Kleingartenanlage „Hagsfelder Allee“, in welcher ich meine Kindheit verbrachte. Als mein Vater 1989 zum Vorsitzenden des dortigen Kleingartenvereins gewählt wurde, bekam ich auch erste Einblicke in das Vereinsleben. Schon damals kümmerte ich mich um die Pflege der Schaukästen, später um die Organisation der Gemeinschaftsarbeit und der Vereinsfeste – als Jugendlicher geschieht das natürlich nicht immer ganz freiwillig, aber es hat mir stets Spaß gemacht.

Nachdem mein Vater sich seit 1995 für den Bezirksverband der Gartenfreunde engagiert, erweiterte dies auch meinen Blick auf das gesamte Kleingartenwesen. Ich erfuhr über die Jahre, wie vielfältig und wichtig die Arbeit des Bezirksverbands für die Zukunft der Kleingartenanlagen in Karlsruhe und Umgebung ist.

Aber ich bin auch selbst ein Kleingärtner von der Pike auf. Ich konnte als Pächter einer Parzelle im Verein „Karlsruhe Süd“ über die Jahre hinweg jede Menge Erfahrungen in der gärtnerischen Praxis sammeln. Durch meine Nähe zum Bezirksverband habe ich auch dort immer wieder Aufgaben übernommen. So konnte ich mein Fachwissen immer weiter ausbauen und Einblicke in die Arbeit der Geschäftsstelle erwerben. Darüber hinaus bin ich seit zwei Jahren als Wertermittler in der Wertermittlungskommission des Bezirksverbands tätig.

Verantwortungsbewusstsein und Organisationstalent – das waren die Eckpfeiler meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit als Mitarbeiter und Sicherheitsbeauftragter der gemeinsamen Leitstelle bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Daher weiß ich, was es bedeutet Verantwortung zu übernehmen, alles im Blick zu haben und sich stets weiter zu entwickeln. Punkte, die ich auch als stellvertretender Geschäftsführer des Bezirksverbands unter Beweis stellen werde. Meine Devise: Fortschritt, der auf Tradition und neuen Ideen beruht. Ich werde mit dem gleichen Engagement an der Erhaltung, dem Ausbau und der Förderung des Kleingartenwesens in Karlsruhe arbeiten, wie es mein Vater getan hat. Dabei geht es mir aber nicht darum, einfach nur in die Fußstapfen meines Vaters zu treten. Mir ist es vielmehr wichtig, das bereits Erreichte zu festigen und mit neuen Ideen fortzuschreiben: Für ein zukunftsfähiges Kleingartenwesen!

Biodiversität, das soziale Miteinander und der Erhalt und Ausbau unseres Kleingartenwesens gehören dabei zu den Kernthemen, die ich stärken und weiterentwickeln möchte. Gerade das Thema Biodiversität ist in Zeiten der Klimakrise und der Fridays-for-Future-Bewegung wichtiger denn je. Hier konnte der Bezirksverband bereits in der Vergangenheit mit Projekten wie beispielsweise dem „Lehr- und Erlebnispfad“ in der Anlage „Am Reitschulschlag“ und den vielen Schulgartenprojekten in verschiedenen Vereinen zeigen, welch wichtigen Beitrag Kleingärten für die Umwelt und die Gesellschaft leisten. Dort möchte ich ansetzen und das Thema Nachhaltigkeit noch stärker vorantreiben.

Auch die Förderung des sozialen Miteinanders, sowie die Integration unterschiedlicher Kulturen und Altersgruppen innerhalb der Anlagen liegen mir sehr am Herzen. Ich spüre eine tiefe Verbundenheit zu unseren Vereinen, aber auch zu den Gartenfreundinnen und Gartenfreunden, welche die Gärten pflegen und sich dort genauso wohl fühlen wie ich. Ein weiteres Anliegen ist die Förderung und der Ausbau eines modernen, von Toleranz und Wertschätzung getragenen Kleingartenwesens. Mit Projekten wie dem Klinikgarten in der Anlage „Exerzierplatz“, dem Seniorengarten in der Anlage „Im Albgrün“ aber auch dem „Mehrgenerationen Park“ in Sinsheim haben wir bereits wichtige Leuchtturmprojekte ins Leben gerufen. Hier gilt es den begonnenen Weg weiter voranzuschreiten.

Und natürlich werde ich mich auch weiterhin für den Schutz und Erhalt unserer Anlagen in Karlsruhe und Umgebung einsetzen. Die Rahmenbedingungen dafür sind durch unser Bundeskleingartengesetz gesichert. Dennoch sind gerade in Zeiten von Flächenkonkurrenz in prosperierenden Ballungsräumen der Austausch und die Kommunikation mit der Politik und der öffentlichen Hand von höchster Bedeutung. Ich werde mich dafür stark machen, unsere Kleingärten zu schützen. Dazu gehört natürlich auch die Leistungsfähigkeit des Verbands zu sichern und auszubauen, zum Beispiel im Bereich der Fachberatung, bei Schulungen oder dem Service-Angebot für Vereine. Ich möchte ein modernes Bild des Kleingartenwesens in die Öffentlichkeit tragen, um es so langfristig zu sichern und zu stärken.

Kleingärten muss man leben, die Seele des Kleingartenwesens verstehen – das ist nichts, was man sich antrainieren oder erlernen kann. Man muss es in sich spüren. Kleingärten sind für mich wie ein zweites Zuhause, eine Oase inmitten der Stadt. Das ist für mich Anspruch und Auftrag zugleich, an dem ich mich messen lassen möchte. Denn ich kann Ihnen versichern: Für unsere Kleingärten und unsere gemeinsame Sache brenne ich voller Leidenschaft.

Ich freue mich auf die neue Herausforderung und darauf an der Zukunft des Kleingartenwesens entscheidend mitzuwirken.

Ihr Pasquale Lino Lüthin