Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Vorzeigeprojekt „Karlsruher Klinikgarten“ öffnet für Besucher

Der Klinikgarten im Kleingartenverein Exerzierplatz befindet sich direkt am hinteren Ausgang des städtischen Klinikums. Die gelb markierten Parzellen der Anlage (unten) wurden für die Öffentlichkeit umgestaltet.

Nach rund einem halben Jahr Umbaumaßnahmen wurde am 20. September 2018 der Klinikgarten in der Kleingartenanlage Exerzierplatz feierlich eröffnet. Finanziert und umgesetzt wurde das Vorzeigeprojekt in Zusammenarbeit des Bezirksverbands der Gartenfreunde Karlsruhe (BVKA), des städtischen Klinikums und des Karlsruher Gartenbauamts. „Unser Ziel war es, gemeinsam einen Ort zu schaffen, in dem Patienten und Mitarbeiter des städtischen Klinikums sowie interessierte Besucher Ruhe und Erholung mitten im Grünen finden“, sagt Alfred Lüthin, Vorsitzender des BVKA. Der Kleingartenverein Exerzierplatz stellte drei Parzellen für die Nutzung als Klinikgarten zur Verfügung. Eine Pergola mit Sitzbänken, zwei Hochbeete mit Heilkräutern, ein Lavendel- und Rosenbeet, eine bunte Blumenwiese sowie ein Spielplatz für Kinder laden nun zum Verweilen ein. „Ein Torbogen, die Beschattung an der Pergola und einige Bäume fehlen noch. Außerdem sind noch weitere Sitzinseln entlang der Wege geplant“, sagt Alfred Lüthin. Für die Umgestaltung zuständig waren unter fachlicher Leitung die Auszubildenden des Gartenbauamts. „Das gesamte Team hat eine super Arbeit geleistet. Man merkt, dass alle mit Herzblut dabei waren“, so der BVKA-Vorsitzende.


Heilende Gärten

Prof. Dr. Hans-Jürgen Hennes, medizinischer Geschäftsführer des städtischen Klinikums, zeigte sich bei der Eröffnung des Klinikgartens begeistert. „Da durch unsere aktuellen Erweiterungsbauten Grünflächen auf dem Klinikgelände weggefallen sind, ist es schön, dass im Kleingartenverein ein Ausgleich geschaffen wurde und unsere Pa­tienten raus ins Grüne können. Ich bin mir sicher, dass der Klinikgarten von allen gut angenommen wird.“ Wie auch zahlreiche Studien belegen, tragen Aufenthalte im Grünen zur Genesung und zum Wohlbefinden bei. Davon ist auch Alfred Lüthin überzeugt: „Speziell für die Patienten des städtischen Klinikums und ihre Angehörigen wird der Klinikgarten eine Quelle der Kraft sein.“
Die Kleingärten der Anlage Exerzierplatz befinden sich gegenüber dem hinteren Ausgang des Klinikums. Mit der Umgestaltung wurde ein direkter Zugang zu den drei zusammenhängenden Parzellen geschaffen. Karlsruhes Bürgermeister Klaus Stapf lobte die neuen Grünflächen ebenfalls: „Der Klinikgarten stellt einen großen Mehrwert für die Patienten, die Mitarbeiter des Klinikums und jeden anderen Besucher dar.“ Er betonte außerdem, wie dringend die Stadt auf ihre „grünen Lungen“ angewiesen sei. Schließlich tragen Kleingartenanlagen dazu bei, Staub zu filtern, die Luft zu verbessern und Lärm zu vermindern. „Das ist in Zeiten von Abgasskandalen und Dieselverboten ein immer wichtiger werdender Punkt“, ergänzt Alfred Lüthin. Mit dem Klinikgarten könne man nun mehreren Anliegen in einem begegnen.


Die Auszubildenden des Gartenbauamts Karlsruhe waren bei der Umgestaltung der Kleingartenparzellen maßgeblich beteiligt.

Kleingärten 2.0

Hintergrund für die Umgestaltung der Anlage Exerzierplatz war der Entwurf des „Flächennutzungsplans (FNP) 2030“, mit dem die Stadt Karlsruhe vergangenes Jahr für großen Aufruhr unter den Karlsruher Kleingärtnern gesorgt hatte. In diesem waren drei große Anlagen, darunter der Kleingartenverein Exerzierplatz, zur Wohnbebauung vorgesehen. Nach vehementem Widerstand und einer erfolgreichen Petition hatte die Stadt Karlsruhe die Kleingärten aus dem Entwurf herausgenommen. Langfristig ist geplant, mit dem Konzept „Kleingärten 2.0“ Karlsruher Kleingärten und angrenzende Grundstücke in öffentlich zugängliche Naherholungsflächen mit privat und gemeinschaftlich genutzten Teilflächen umzubauen, um so für mehr Lebensqualität in der Stadt zu sorgen. Ein eigens ins Leben gerufener Kleingartenbeirat mit Vertretern aus dem BVKA und der Stadt tagte bereits im Juli. Mit der Eröffnung des Klinikgartens gehen die Stadt Karlsruhe und die Gartenfreunde nun die ersten konkreten Schritte in diese Richtung. „Angesichts gesellschaftlicher Veränderungen und zunehmender Flächenkonkurrenz in den Städten wird es immer wichtiger, auf die Leistungen des Kleingartenwesens aufmerksam und sich für eine Unterstützung in der Öffentlichkeit starkzumachen“, so Alfred Lüthin. „Karlsruher Kleingartenanlagen sind schon seit jeher als öffentliches Grün für alle Bürger der Stadt zugänglich. Uns ist es aber wichtig, noch mehr Möglichkeiten zu schaffen und die Menschen in unsere Gartenanlagen zu locken, um ihnen die Bedeutung der grünen Oasen für die Gesellschaft zu verdeutlichen.“