Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Saatgut-Aktion des Bezirksverbands der Gartenfreunde Karlsruhe

Ob Klatschmohn, Gänseblümchen, Arnika oder Kornblumen – in der Karlsruher Kleingartenanlage „Am Reitschulschlag“ blüht es im Frühling wieder in allen Farben. Dann tummeln sich hier auf einer eigens angelegten Wildblumenwiese auch allerhand Insekten. Die beim Bundeswettbewerb 2018 mit Gold ausgezeichnete Anlage zeigt damit, wie ökologisches und naturnahes Gärtnern funktioniert. Denn blühende Wiesen sind nicht nur schön anzusehen. Sie sind für viele Insektenarten eine wichtige Lebensgrundlage. Eine Lebensgrundlage, die aufgrund von Bebauung oder den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft immer mehr abnimmt. In den letzten 25 Jahren sind Studien zufolge über 75 Prozent der Fluginsekten verschwunden. Höchste Zeit zu reagieren! Aus diesem Grund hat der Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe (BVKA) für das Jahr 2019 die Aktion „Wildblumenwiesen für Kleingartenanlagen“ ins Leben gerufen. „Wir Kleingärtner sollten unseren Teil zum Schutz und Erhalt der Natur beitragen und möglichst schnell dauerhafte und flächendeckende Insektenhilfen in Form von Wildblumenwiesen aufbauen“, sagt Alfred Lüthin, Vorsitzender des BVKA. Funktionierende Ökosysteme weltweit sind auf die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten angewiesen. Auch ein Großteil der menschlichen Ernährung hängt von der Befruchtung durch Insekten ab. „Es ist deshalb umso wichtiger, besondere Schutzgebiete einzurichten. Und was bietet sich da besser an als die innerhalb oder direkt um Kleingartenanlagen liegenden Freiflächen, die durch den jeweiligen Verein gepflegt werden.“

Kostenloses Qualitätssaatgut für öffentliche Kleingartenflächen
Der Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe stellt daher allen interessierten Vereinen, die ihre öffentlichen Flächen naturnah in Wildblumenwiesen umgestalten wollen, kostenfrei entsprechende Qualitätssamen zur Verfügung. „Damit helfen die Vereine nicht nur der Natur, sondern auch sich selbst. Der Pflegeaufwand für eine Wildblumenwiese ist für den Verein bedeutend geringer als ein gepflegter Rasen. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele oder sogar alle Vereine solche Flächen anlegen würden“, so Alfred Lüthin. Um Saatgut zu erhalten, melden sich interessierte Vereine mit den Angaben zur Wiesenfläche und deren Größe in Quadratmeter beim Bezirksverband. Wichtig: Das Saatgut ist nur für öffentliche Flächen gedacht, nicht für einzelne Parzellen. „Als Ansporn für andere machen Sie gerne Vorher-nachher-Fotos Ihrer Blumenwiese und schicken Sie diese dem Verband zur Veröffentlichung im Kleingarten Magazin zu. So lässt sich ganz einfach gemeinsam etwas Gutes für die Natur tun!“, sagt der BVKA-Vorsitzende.


Wildblumenwiese richtig anlegen – So geht’s!

1. Boden vorbereiten: Zuerst wird die Grasnarbe entfernt und der Boden gelockert. Wer sehr reichhaltigen Boden hat, sollte ihn mit Sand abmagern, denn die meisten Wildblumen lieben mageren Boden. Dazu wird der Sand in den Boden eingearbeitet.

2. Saatgut einbringen: Wie viel Saatgut benötigt wird, hängt von der Größe der entstehenden Wiese ab (daher benötigen wir die Quadratmeterzahl). Damit sich das Saatgut besser verteilen lässt, kann man es mit etwas Sand mischen. Nun locker auf die Fläche streuen und nur etwas mit dem Rechen einarbeiten. Danach mit einer Walze oder einem Brett festigen. Sehr wichtig ist es, die eingesäte Fläche über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen stets feucht zu halten.

3. Pflege: Die Pflege fällt bei der Wildblumenwiese nicht weiter ins Gewicht. Ein bis maximal zwei Mal im Jahr sollte gemäht werden. Und wer sich schon immer mal im Mähen mit der Sense versuchen wollte, hat jetzt seine Chance: Die besten Zeiten zum Mähen sind der September, wenn nur ein Mal gemäht wird, Ende Juni und Ende August, wenn zwei Mal gestutzt wird. Aber Achtung: Nicht alles auf einmal mähen, sondern mit zwei Wochen Pause, denn so können die Tiere in der Wiese noch schnell umziehen – und die Muskeln sich etwas entspannen.


(Bild: fotolia.com/S.H.exlusiv)