Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Blumenwiesen für den Artenschutz

Das Thema Biodiversität ist dem Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe (BVKA) ein besonderes Anliegen. Erst Anfang des Jahres hat der Verband die Initiative „Wildblumenwiesen für Kleingartenanlagen“ ins Leben gerufen und interessierten Kleingartenvereinen für ihre öffentlichen Flächen kostenlos Qualitätssaatgut zur Verfügung gestellt (wir berichteten in Ausgabe 2/2019). Für viele Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge sind solche Wiesen lebensnotwendig. „Der Rückgang der Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt ist mittlerweile Realität. Wir Kleingärtner leisten bereits einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und Schutz der Natur, können aber noch mehr tun, indem wir dauerhafte und flächendeckende Insektenhilfen aufbauen“, sagt Alfred Lüthin, Vorsitzender des BVKA. Aus diesem Grund beteiligen sich die Gartenfreunde Karlsruhe nun auch an der gemeinsamen Aktion der Artenschutzstiftung des Karlsruher Zoos und der BNN (Badische Neuesten Nachrichten). Seit Mai verteilen diese kostenlos Tütchen mit den Samen 47 heimischer Pflanzenarten und bitten darum, sie in Karlsruhe und der Region auszusäen. Die 2.000 Samentüten, die der Bezirksverband erhielt, gingen sofort an die Vorstände der einzelnen Kleingartenvereine. „Damit kann jeder Pächter in seiner Parzelle zum Artenschutz beitragen und Biodiversität fördern“, so Alfred Lüthin. „Wichtig bei der Aussaat ist nur, dass die Blumenwiese auf einer untergeordneten Fläche anlegt wird und der Pollenflug Gartennachbarn nicht beeinträchtigt.“


Die Natur bunter machen

Die Samenmischungen ließ die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe in Kooperation mit dem Landschaftsökologen Tobias Bauer, der zur Biodiversität in der Stadt Karlsruhe forscht, zusammenstellen. Unter den 47 Pflanzenarten sind beispielsweise Klatschmohn, Kornblume, Margerite, Moschus-Malve, Wiesen-Salbei, Wegwarte und Ackersenf. „Die Mischung besteht zu 90 Prozent aus regionalen ein- und mehrjährigen Wildblumen insbesondere für Wildbienen und Schmetterlinge“, sagt Dr. Clemens Becker, stellvertretender Zoodirektor Karlsruhe, Kurator Artenschutz und Initiator der Aktion. Zudem seien „Untergräser“ beigemischt, die Schmetterlingsraupen als Futter dienen. „Artenschutz ist unser wichtigstes Anliegen und jeder kann direkt vor der eigenen Haustür oder im eigenen Garten etwas dafür tun. Wir möchten dazu beitragen, Wildbienen, Schmetterlingen, Hummeln und Co. neuen Lebensraum und Nahrung zu bieten“, sagt Dr. Becker. Wer noch kein Samentütchen erhalten hat, wendet sich an seinen Vereinsvorstand.