Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Die neue Gartenbauamtsleiterin Cornelia Lutz wird den Verbänden in Zukunft beratend zur Seite stehen.

„Die Biodiversität unseres Planeten, aber auch unserer unmittelbaren Umgebung nimmt rapide ab. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sterben täglich ca. 130 Arten auf unserem Planeten aus. Kleingärten werden da zu Schatzkammern der Artenvielfalt“, sagt Alfred Lüthin. Auf der Bezirks-Gesamtvorständeversammlung am 8. März 2018 machte der Vorsitzende des Bezirksverbands der Gartenfreunde Karlsruhe (BVKA) in seiner Rede die Bedeutung der Kleingärten für Gesellschaft und Natur deutlich. Kleingärten tragen dabei nicht nur bei, das Insektensterben zu verhindern, sondern wirken sich auch positiv auf das Stadtklima aus – und bilden damit einen wichtigen Faktor im Kampf gegen den Klimawandel. Neben den ökologischen Aspekten sind Kleingärten zudem ein Schmelztiegel für Menschen jeden Alters, jeder Gesellschaftsschicht und Nationalität. „In Kleingartenkolonien sind Solidarität und soziales Handeln nicht leere Worte. Hier werden sie praktiziert“, sagte der Vorsitzende. In Karlsruhe sind rund 7.400 Parzellen verpachtet, genutzt werden diese von geschätzt 30.000 Bürgern. Das macht die kleinen Gärten auch zum perfekten Lernort für Kinder und Familien. „Kleingärten sind grüne Klassenzimmer, in denen Kinder den ersten bewussten Kontakt zur Natur haben. Kooperationen zwischen Kleingärten, Schulen und Kindertagesstätten erhalten dabei eine wichtige gesellschaftspolitische Bedeutung.“ An die Vereinsvorstände appellierte Alfred Lüthin deshalb, die Kooperationen zwischen Kleingärtnern, Schulen und Kindertagesstätten verstärkt zu fördern.


Neue Wege

Die Vorbereitung auf die Zukunft sieht Alfred ­Lüthin als wichtigsten Tagesordnungspunkt jedes Kleingartenvereins. Dazu gehöre es, ungeschlagene Wege zu suchen und stets Neues auszuprobieren, so der Vorsitzende. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Schnelllebigkeit sind viele auf der Suche nach einem Ort der Entschleunigung. Gärten bieten den optimalen Rahmen dafür. Um Kleingärten für kommende Generationen zu erhalten, sei es daher wichtig, zeitgemäße Angebote zu entwickeln, wie zum Beispiel die Einrichtung von Kleingartenparks mit öffentlichen Freiflächen, reine Gemüsegärten mit angegliedertem Kochstudio, Jugendgärten ohne feste Ruhezeiten, Kooperationen mit Pflege- und Altenheimen sowie Künstlerkolonien mit Ateliers im Grünen.

Stark dank Engagement

Vor allem die vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen sind in Alfred Lüthins Augen die Antriebskraft und Stärke des Kleingartenwesens. „Deshalb möchte ich an dieser Stelle allen Gartenfreundinnen und Gartenfreunden, die in den Vereinen und in den Verbänden ehrenamtlich tätig sind, meinen Respekt für ihre Arbeit aussprechen. Sie tragen eine große Verantwortung für den Fortbestand der Organisation. Das verdient Anerkennung.“ In diesem Zusammenhang wurde Alexander Guhl aus dem Kleingartenverein Technologiepark für sein Engagement geehrt. Er erhielt die Goldene Ehrennadel des BVKA.
Abschließend resümierte Alfred Lüthin: „Die kleinen Gärten haben schon 200 Jahre überlebt. Ich bin mir sicher, sie werden auch die nächsten 100 Jahre überleben. Wir sind stark genug für die Zukunft.“