Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Suchaufruf: Maulwurfsgrille

Neubewertung der Gefährdung

Woran das liegt ist nicht ganz klar. Zwei mögliche Ursachen: Entweder die nachtaktiven und meist unterirdisch lebenden Tiere werden einfach übersehen oder die bisher nur in der Vorwarnstufe zur Roten Liste geführte Art ist heute so selten geworden, dass ihre Gefährdung neu bewertet werden muss. Deshalb starten die Fachleute bei allen, die mehr oder weniger regelmäßig den Boden bearbeiten, einen Suchaufruf. „Maulwurfsgrillen mögen es gerne warm und feucht, deshalb leben sie oft in Feuchtwiesen, Flachmooren, an Gewässerufern, aber auch in Gärten, Komposthaufen und in Äckern“, erklären die Entomologen. Während der Paarungszeit im Mai und Juni kann man die zwischen vier und fünf Zentimeter großen Tiere am ehesten entdecken. Vor allem weil ihr auffälliger Gesang in den Abend- und Nachtstunden zumindest für Fachleute in dieser Zeit kaum zu überhören ist. Nach der Paarung graben sich die Werren mit ihren zu Grabschaufeln umgewandelten Vorderbeinen Erdkammern. Dort legt das Weibchen die Eier ab. Um einen Befall des Geleges mit schädlichen Pilzen zu verhindern, leckt das Weibchen die Eier regelmäßig ab. Ihr Ruf als großer Gartenschädling, der sie häufig das Leben kostet, ist heute übrigens umstritten. Ob tatsächlich immer die Werren die Übeltäter sind, wenn Wurzelfrüchte wie Rüben oder Kartoffeln angefressen sind, oder ob sie oft nur für die Schäden anderer Tiere verantwortlich gemacht werden, ist noch nicht vollkommen geklärt. „Eigentlich stehen vor allem unterirdisch lebende Raupen, Schneckeneier oder Engerlinge auf dem Speiseplan der Maulwurfsgrillen, auf der anderen Seite fressen sie aber – zumindest gelegentlich – tatsächlich auch pflanzliche Nahrung wie Kartoffeln, Rüben oder Salate“, sagen die Heuschreckenkenner Detzel, Neugebauer und Zimmermann. Die meisten Schäden verursachen die Tiere aber wohl durch ihre meist knapp unter der Oberfläche verlaufenden Gänge. Vor allem frisch in den Boden gesetzte Pflanzen überleben die Grabattacken der Werren nicht. Maulwurfsgrillen sind im Garten also sowohl als Schädling als auch als Nützling aktiv.

Weitere Informationen

Wer eine Maulwurfsgrille in seinem Garten oder an anderer Stelle entdeckt, soll sich bitte mit Angabe des Fundorts bei Professor Dr. Peter Detzel melden.
E-Mail: peter.detzel@goeg.de,
Telefon: 0711/65 22 44 66