Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e.V.

Jubiläumsfeier des Kleingartenvereins „Hinter der Hansa“

Zur 100-Jahr-Feier des Kleingartenvereins „Hinter der Hansa“ bot sich den Gästen ein vielfältiges Programm. Den Anfang machte der
1. Vorsitzende Dennis Waidmann, der die Jubiläumsfeierlichkeiten mit seiner Rede offiziell eröffnete. Darin ging er unter anderem auf die lange Geschichte des 1919 gegründeten Vereins ein. „Der Kleingartenverein ‚Hinter der Hansa‘ hat in seinem langen Leben verschiedene Höhen und Tiefen durchschritten. Der gut ausgeprägte Gemeinschaftsgeist seiner Gartenfreunde war und wird auch weiterhin ein Garant für die positive Entwicklung des Vereins sein“, so Dennis Waidmann. Im Anschluss überbrachte Alfred Lüthin, Vorsitzender des Verbands der Kleingärtner Baden-Württemberg, seine Grußworte. Er stellte das gemeinschaftliche Miteinander wie auch die Bedeutung der Anlage für ein grünes und soziales Karlsruhe heraus. Auch Karlsruhes Bürgermeisterin Bettina Lisbach betonte dies in ihrer Festrede. Zum einen trage die Anlage „Hinter der Hansa“ zu einem ökologischen und stadtklimatischen Ausgleich bei, zum anderen sorge sie mit ihrer Arten-, Formen- und Farbenvielfalt für eine Bereicherung des Stadtbilds. Der Fassanstich durch die Karlsruher Bürgermeisterin läutete schließlich die Festveranstaltung ein – es warteten Bier und kulinarische Spezialitäten auf die Gäste. Und auch für die Kinder war einiges geboten: Neben einer Hüpfburg und dem neu eröffneten Spielplatz konnte in der Anlage auch das größte Insektenhotel Knielingens bewundert werden. Gebaut wurde dieses von den Gartenfreunden Pascal Betz, Martin Tomaszuk, Frau Lapschansky und Frau Wais.
Für die musikalische Untermalung sorgte die Band „T-Bones“, so dass bis in die späten Abendstunden getanzt und gefeiert wurde.

Auszug aus der Chronik

Der Kleingartenverein „Hinter der Hansa“ wurde 1919 gegründet. Die Gründungswurzeln des Vereins liegen in der Honsellstraße. Als die Ernährungsfrage nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg zu einem ernsten Problem wurde, haben ein paar entschlossene Mühlburger Männer der Stadtverwaltung ein Stück Land für die Errichtung von Kleingärten abgerungen. Dieses Gelände war eine ehemalige Sandgrube, aufgefüllt mit Schutt und Abfall. Es entstanden hinter der Gaststätte „Hansa“ – daher auch der Name des Vereins – 49 Gärten mit jeweils zwei Ar Nutzfläche. Als zusätzliche Ertragsquelle baute man Gemüse und Kartoffeln an. In der Nacht vom 2. auf 3. September 1942 wurden 41 der 49 Gärten stark zerstört. Durch den Kriegsdienst der Männer und der Evakuierung ihrer Familien verwaisten die Gärten zunehmend. Die 1945 zurückgekehrten Mitglieder begannen aufs Neue, die verwilderten Gärten zu rekultivieren. Der Bau der Straßenbahnschleife im Rheinhafengebiet Ecke Honsellstraße und Kurzheckweg war ausschlaggebend, die Gartengruppe 1974 nach Knielingen-Litzelau zu verlegen. Es entstand eine Kleingartenanlage moderner Prägung. Die Beibehaltung des alten Namens zeugt vom Traditionsbewusstsein seiner Mitglieder. Der Höhepunkt der Vereinsgeschichte war der Erhalt der Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ im Jahr 1981. Die Art der Nutzung der einzelnen Gärten hat sich im Laufe der Vereinsgeschichte verlagert. Während in der Gründerzeit sowie in den Kriegs- und Nachkriegsjahren der Anbau von Obst und Gemüse dominierte, steht heute der Garten als Freizeit- und Erholungsdomizil im Vordergrund.