Klinikgarten als beliebter Rückzugsort

Klinikgarten als beliebter Rückzugsort

Der Klinikgarten wird gerne von den Mitarbeitern des Klinikums zur Erholung in den Pausen genutzt, wie oben im Bild von den Krankenschwestern Juliane Hegel und Heike Neßler

Klinikgarten als beliebter Rückzugsort

Seit seiner Eröffnung im September 2018 ist der Klinikgarten des städtischen Klinikums Karlsruhe in der benachbarten Kleingartenanlage Exerzierplatz ein voller Erfolg. „Der Garten wird regelmäßig von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern genutzt“, berichtet Markus Heming, kaufmännischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe. „Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie war der Klinikgarten ein schöner Rückzugsort, auch, um vielleicht für einen Moment innezuhalten.“ Wie zahlreiche Studien nämlich belegen, tragen Aufenthalte im Grünen nicht nur zur schnelleren und nachhaltigeren Genesung von Patienten bei. Sie fördern auch das allgemeine Wohlbefinden und beugen Depressionen und Burn-out vor. Nachdem im Zuge der Neubaumaßnahmen des Klinikums Grünflächen verloren gingen, bietet der Klinikgarten nun einen wertvollen Rückzugsort zum Durchatmen. Auch Juliane Hegel ist vom Klinikgarten begeistert. Die Krankenschwester schnappt dort regelmäßig in der Mittagspause frische Luft, meist mit ihrer Kollegin. „Die Steinmäuerchen, die roten Mohnblüten in der Blumenwiese … Ich liebe es, dass der Garten so natürlich gestaltet ist.“ Geöffnet ist er täglich von 8 bis 20 Uhr. Der Klinikgarten war 2018 durch den Zusammenschluss von drei nebeneinander gelegenen Kleingartenparzellen im westlichen Teil der Anlage Exerzierplatz entstanden. Geplant und durchgeführt wurde das Projekt vom Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe e. V. (BVKA), dem städtischen Klinikum und dem Gartenbauamt Karlsruhe in enger Zusammenarbeit mit dem Kleingärtnerverein.

Entspannen und verweilen

„Der Klinikgarten ist ein Vorzeigeprojekt“, betont Pasquale Lino Lüthin, Geschäftsführer des Bezirksverbands. „Er steht für gelebte und produktive Nachbarschaft zwischen Kleingärtnern, öffentlichen Einrichtungen und der Bevölkerung.“ Auch Roland Horatschek, Vorsitzender im Kleingartenverein Exerzierplatz, hat einen rundum positiven Eindruck. „Es freut mich sehr, dass der Klinikgarten so rege genutzt wird und so auch die Aufmerksamkeit der Spaziergänger und der anderen Kleingärtner der Anlage auf sich zieht“, sagt der Vorsitzende. „Dabei ist der Kontakt zwischen Kleingärtnern und Besuchern des Klinikgartens sehr harmonisch.“

Besucher- und insektenfreundlich

Der Klinikgarten bietet unterschiedliche Bereiche zum Entspannen und Verweilen. Neben drei Holzbänken gibt es weitere Sitzgelegenheiten aus Stein. In zwei Hochbeeten wachsen vielfältige Kräuter und die Rosenbüsche sind ein echter Blickfang. Es gibt eine Blumenwiese mit insektenfreundlichen Blüten und Gräsern, die nur zweimal jährlich gemäht wird. Die kleinen Besucher können sich auf den Spielgeräten vergnügen. Für die Pflege des Gartens ist der Verein Exerzierplatz gemeinschaftlich zuständig. „Als Nächstes widmen wir uns der Berankung rund um die Sitzgelegenheiten, damit für Schatten gesorgt ist. Auch ein Insektenhotel wäre eine schöne Ergänzung“, erklärt Roland Horatschek. „Außerdem sind zwei neue Bäume für weiteren Schatten geplant“, ergänzt Pasquale Lino ­Lü­thin. Der westliche Teil der Kleingartenanlage hat laut Roland Horatschek insgesamt vom Klinikgarten profitiert: „Wir haben beispielsweise neue Wasserleitungen im Gelände West verlegt und die Wege wurden saniert. Es gibt neue Schilder und neue Tore. Das wertet den ganzen Bereich rund um den Klinikgarten auf.“

Kleingartenanlage Exerzierplatz

Der Klinikgarten in der Karlsruher Kleingartenanlage Exerzierplatz bietet Patienten und Mitarbeiter des angrenzenden städtischen Klinikums seit 2018 einen Ort für Ruhe und Erholung. Die Verantwortlichen ziehen eine positive Zwischenbilanz.

Kleingarten 2.0

Hintergrund des außergewöhnlichen Projekts war der Entwurf des Flächennutzungsplans (FNP) 2030 der Stadt Karlsruhe aus dem Jahr 2017. Er hatte für Aufruhr unter Karlsruher Kleingärtnern gesorgt, da er drei große Kleingartenanlagen zur Wohnbebauung vorsah. „Dank des engagierten Widerstands der Karlsruher Kleingärtner und einer erfolgreichen Petition unter Federführung des Bezirksverbands wurden die Kleingärten damals aus dem Entwurf genommen“, erinnert sich Pasquale Lino ­Lü­thin. „Wir erleben jedoch immer noch die zunehmende Flächenkonkurrenz in der Stadt. Umso wichtiger ist es, die Leistungen des Kleingartenwesens ins öffentliche Bewusstsein zu rufen.“ Projekte wie der Klinikgarten in der Anlage Exerzierplatz sind ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Kleingärtnern, öffentlichen Einrichtungen und der Bevölkerung. „Wenn wir auch in Zukunft mit solchen Vorzeigeprojekten Orte für öffentliche Naherholung schaffen, locken wir nicht nur mehr Menschen in unsere grünen Oasen und wecken ihre Wertschätzung für das Kleingartenwesen“, betont der Geschäftsführer des BVKA. „Sondern wir sichern so die Zukunft des Kleingartenwesens und tragen gleichzeitig zur Lebensqualität in der Stadt bei.“