Projektstart „Miet mein Beet"

Projektstart „Miet mein Beet"

Frischer Wind in der Kleingartenanlage Mitte-Ost

Eine 30 Quadratmeter große ungenutzte Gemeinschaftsfläche, jede Menge Sträucher und mittendrin eine Gruppe junger Studenten – in der Kleingartenanlage Mitte-Ost wird seit Oktober 2020 fleißig gearbeitet. Das Ziel: einzelne Beetflächen für interessierte Menschen zu schaffen, die bisher keine Möglichkeiten für das Gärtnern in der Stadt hatten. „Die Nachfrage nach eigenen Beeten übersteigt deutlich das Angebot – auch in Karlsruhe. Wir haben während der letzten Monate alle gemerkt, wie wichtig der Ausgleich in der Natur ist und wie wertvoll es sein kann, selbst etwas anzubauen und zu ernten“, weiß Pasquale Lino Lüthin, stellvertretender Geschäftsführer des Bezirksverbands der Gartenfreunde Karlsruhe (BVKA). „Und hier setzen wir mit ‚Miet mein Beet‘ an“, ergänzt Stephan Winter. Zusammen mit seinen Studienkollegen Thomas Bernhard und Tobias Ostertag hat er das Projekt im Rahmen seines Masterstudiengangs an der Hochschule Karlsruhe ins Leben gerufen. „Unsere Mission ist es, eine Plattform zu schaffen, die das Finden und Vermieten städtischer Beetflächen für den Anbau eigener Lebensmittel vereinfacht. Denn die Flächen sind eigentlich da, man muss nur ein bisschen genauer hinschauen“, so Stephan Winter.

Von der Uni in den Garten

Auf der Suche nach einem geeigneten Partner für ihr Pilotprojekt wurden die drei Hochschulstudenten schließlich beim Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe fündig. „Der Bezirksverband zeigte sich von Anfang an offen für Stephan Winter (2. v. r.) und Thomas Bernhard (3. v. r.) zusammen mit interessierten NeuGärtnern nach getaner Arbeit. Unsere Idee: Bei den ersten Gesprächen konnten wir gemeinsam mit Pasquale Lüthin das Projekt auch noch mal formen und in die richtige Richtung lenken. So hat sich dann auch schnell der Kontakt zum Kleingartenverein Mitte-Ost ergeben. Und dafür sind wir wirklich dankbar“, erzählt Stephan Winter. Für Pasquale Lino Lüthin liegen die Vorteile für alle Beteiligten auf der Hand: „Die Vereine werden bei der Pflege der Gemeinschaftsflächen unterstützt, die interessierten Neugärtner bekommen hingegen die Chance, sich an das Thema Gärtnern in der Stadt heranzutasten.“
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Ein starkes Team: Michael Wiederstein (Vorsitzender KGV Mitte-Ost) und Pasquale Lüthin (stellvertretender Geschäftsführer BVKA) mit den Projektinitiatoren von „Miet mein Beet“, Thomas Bernhard, Stephan Winter und Tobias Ostertag, in der Anlage Mitte-Ost (von links).

Große Nachfrage

Zum Projektstart im Oktober 2020 hieß es für die Studenten aber erst einmal anpacken. „Wir haben eine Gemeinschaftsfläche bekommen, die bisher nicht bewirtschaftet wurde. Da mussten also zunächst alle alten Sträucher raus, bevor wir die Fläche in einzelne Beetabschnitte teilen konnten.“ Über die eigenen Freundes- und Bekanntenkreise haben sich schnell viele interessierte Junggärtner angeschlossen und beim Umgraben der Flächen mitgeholfen. „So konnten wir noch vor dem Winter alles vorbereiten, um im Frühjahr mit den ersten Aussaaten beginnen zu können“, erzählt Stephan Winter. Mittlerweile haben sich 20 Interessenten gemeldet, die in der Saison 2021 eine Beetfläche bewirtschaften möchten. „Die Anlage MitteOst ist nur fünf Minuten vom Studentenwohnheim entfernt. Aufgrund der großen Nachfrage haben wir nach Rücksprache mit dem Verein daher noch zwei weitere ungenutzte Flächen für insgesamt acht Hochbeete dazubekommen.“

Gemeinsam Gärtnern

Die Unterstützung neuer Ideen ist dem Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe ein wichtiges Anliegen. Im Rahmen eines Studienprojekts schaffen Karlsruher Studenten auf ungenutzten Gemeinschaftsflächen in der Kleingartenanlage Mitte-Ost momentan Einzelbeete für Menschen, die bisher keine Möglichkeiten zum Gärtnern in der Stadt hatten.

Impulse für die Zukunft

Das Pilotprojekt in der Anlage Mitte-Ost läuft nun für eine Saison. Für die Neugärtner sind die Beete in dieser Zeit kostenfrei. Künftig ist ein kostenpflichtiges Mietprinzip geplant. „Außerdem möchten wir ‚Miet mein Beet‘ nicht nur regional, sondern auch bundesweit anbieten“, so Stephan Winter. Für Pasquale Lüthin ist das Projekt ein wichtiger Impuls für die Zukunft: „Mit der Unterstützung neuer Ideen wie dieser öffnen wir unsere Kleingärten gerade auch für die jüngeren Generationen und können so unsere Bedeutung für eine soziale und grüne Stadt weiter festigen. Das gilt es voranzutreiben.“
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Jede Menge Arbeit lag vor den interessierten Junggärtnern: Um die Beetflächen fürs Frühjahr vorzubereiten, mussten alle bestehenden Bepflanzungen entfernt werden.

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